Fundamentales

Folgendes halte ich für wichtige Anhaltspunkte, mit einigen Unterstreichungen von Passagen, die ich als besonders relevant erachte:

Julian Nida-Rümelin in einem Vortrag zum Thema Universalität der Menschenrechte:

„Ich hoffe, ich trete jetzt niemandem zu nahe, aber man muß die historischen Fakten aushalten können. Die Katholische Kirche hat erst nach der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sich mit der Menschenrechtsidee ausgesöhnt. Das ist ein reines Faktum, dem ist so.

Wer die Protokolle der verfassungsgebenden Versammlung in Deutschland, also die zum Grundgesetz geführt hat, nachliest, wird mit einiger Überraschung feststellen, daß ein sehr starkes Argument gegen den Gleichheitsartikel, nämlich Gleichheit von Mann und Frau, begründet wurde mit dem Argument, dies sei mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar.

Ich sage das nur deswegen, weil eines unbedingt aufhören muß: daß man mit Belegstellen aus dem Koran nachzuweisen versucht, daß der Islam nicht demokratierverträglich ist. Das muß unbedingt aufhören!

Wir können ein Spiel machen. Bei jeder Belegstelle des Koran – das Problem ist, daß viele Christen nicht bibelfest sind – suchen wir eine Belegstelle aus der Bibel, die ebenfalls mit Menschenrechten und Gleichstellung von Mann und Frau und Humanität unvereinbar ist. Wenn das Alte Testament auch zugelassen ist bei diesem Spiel, bin ich mir sicher ich gewinne.

Anders formuliert, der Glaube ist das eine, die Instrumentalisierung der Heiligen Schriften für die politische Auseinandersetzung ist etwas anderes. Und ich warne vor dieser Instrumentalisierung. Das kann uns eines Tages den Weltfrieden kosten.“

Die Vorlesung ist u.a. erhältlich bei http://www.amazon.de/Prof-Julian-Nida-R%C3%BCmelin-Menschenrechte-Fachbereich/dp/3831263663.

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Präambel

Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,

von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

I. Die Grundrechte

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

 


Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

PRÄAMBEL

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,

da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, und da verkündet worden ist, daß einer Welt, in der die Menschen Rede- und Glaubensfreiheit und Freiheit von Furcht und Not genießen, das höchste Streben des Menschen gilt,

da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, damit der Mensch nicht gezwungen wird, als letztes Mittel zum Aufstand gegen Tyrannei und Unterdrückung zu greifen,

da es notwendig ist, die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen den Nationen zu fördern,

da die Völker der Vereinten Nationen in der Charta ihren Glauben an die grundlegenden Menschenrechte, an die Würde und den Wert der menschlichen Person und an die Gleichberechtigung von Mann und Frau erneut bekräftigt und beschlossen haben, den sozialen Fortschritt und bessere Lebensbedingungen in größerer Freiheit zu fördern,

da die Mitgliedstaaten sich verpflichtet haben, in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen auf die allgemeine Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten hinzuwirken,

da ein gemeinsames Verständnis dieser Rechte und Freiheiten von größter Wichtigkeit für die volle Erfüllung dieser Verpflichtung ist,

verkündet die Generalversammlung

diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

 

Charter of the United Nations

PREAMBLE

WE THE PEOPLES OF THE UNITED NATIONS DETERMINED

  • to save succeeding generations from the scourge of war, which twice in our lifetime has brought untold sorrow to mankind, and
  • to reaffirm faith in fundamental human rights, in the dignity and worth of the human person, in the equal rights of men and women and of nations large and small, and
  • to establish conditions under which justice and respect for the obligations arising from treaties and other sources of international law can be maintained, and
  • to promote social progress and better standards of life in larger freedom,

AND FOR THESE ENDS

  • to practice tolerance and live together in peace with one another as good neighbours, and
  • to unite our strength to maintain international peace and security, and
  • to ensure, by the acceptance of principles and the institution of methods, that armed force shall not be used, save in the common interest, and
  • to employ international machinery for the promotion of the economic and social advancement of all peoples,

HAVE RESOLVED TO COMBINE OUR EFFORTS TO ACCOMPLISH THESE AIMS

Accordingly, our respective Governments, through representatives assembled in the city of San Francisco, who have exhibited their full powers found to be in good and due form, have agreed to the present Charter of the United Nations and do hereby establish an international organization to be known as the United Nations.


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